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Abe Lenstra
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Abe Lenstra (, * 27. November 1920 in Heerenveen, Niederlande; â 2. September 1985 ebenda) war ein niederländischer FuĂballspieler. Er spielte seit der Jugend in seiner friesischen Heimat fĂźr die Voetbalvereniging (VV) Heerenveen und ab 1955 in Enschede. In seinen 47 Spielen fĂźr die niederländische Nationalmannschaft erzielte er 33 Tore. Neben Johan Cruijff gilt er als einer der besten niederländischen Spieler des 20. Jahrhunderts. Zweimal wurde er zum niederländischen Sportler des Jahres gewählt. Doch obwohl er auf dem FuĂballplatz groĂen Ruhm bei den Fans errang, machte er sich durch seine eigensinnige, launische Art kaum Freunde unter seinen Mitspielern. Die letzten acht Jahre seines Lebens verbrachte der Sportler nach Hirnblutungen im Rollstuhl. Sein Heimatverein SC Heerenveen benannte nach seinem Tod sein Stadion nach Abe Lenstra.
Contents
⢠Stationen
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Die frĂźhen Jahre
Heerenveen war Anfang des 20. Jahrhunderts ein grĂśĂerer Ort, der nie die Stadtrechte erhielt, im Niederländischen als vlek, friesisch als flekke bezeichnet. GegrĂźndet worden war er Mitte des 16. Jahrhunderts von Torfstechern, als in der Vennlandschaft SĂźdwestfrieslands der kommerzielle Torfstich begann. Benannt ist er nach den Besitzern des Venn und Torfabbau-Unternehmern, den âHerren des Vennâ. Durch die Lage an zwei sich kreuzenden Kanälen, die sowohl zur Entwässerung des Moores als auch zum Abtransport des Torfes dienten, und durch den Bau der VerbindungsstraĂe (1828) sowie später der Eisenbahnstrecke von Leeuwarden nach Zwolle und einer Trambahn Richtung Westen entwickelte Heerenveen sich zu einem zentralen Ort von Handel und Gewerbe. Dabei lag er bis ins 20. Jahrhundert auf den Gebieten der drei Gemeinden Schoterland, Aengwirden und Haskerland; erst 1934 wurden diese zu einer gemeente zusammengelegt und Heerenveen zum Hauptort gemacht.cite-ref-1[1] Auf den im Winter oft zugefrorenen Kanälen und Moorteichen wurde Schlittschuhlaufen zur Hauptsportart. Anfang des 20. Jahrhunderts begann das organisierte FuĂballspielen. Vier Monate vor Abe Lenstras Geburt wurde unter dem Namen Athleta die spätere VV Heerenveen gegrĂźndet.cite-ref-2[2]
Abe Lenstra wurde am 27. November 1920 als zweiter Sohn des Lagerarbeiters Mindert Jans Lenstra und seiner Frau Janke, geborene Suierveld, geboren. Nachdem sein anderthalb Jahre älterer Bruder Jan nach dem GroĂvater Lenstra benannt worden war, erhielt der jĂźngere SprĂśssling den Vornamen von Jankes Vater Abe Wytzes Suierveld. Der Name war mindestens seit dem Jahr 1500 Familientradition, als ein Vorfahre namens Abe Hania eine Frau adeliger Herkunft geehelicht hatte.cite-ref-3[3] Die Familie lebte zunächst in einem von Arbeitern geprägten Viertel; beide GroĂväter wie auch Mindert Lenstra waren Anhänger von Ferdinand Domela Nieuwenhuis, der im friesischen Wahlbezirk Schoterland 1888 fĂźr die Friese Volkspartij als erster Sozialist in die Tweede Kamer gewählt worden war. Abe und sein Bruder wuchsen in einem atheistischen Umfeld auf; am Tag der Arbeit hing an ihrem Arbeiterhäuschen wie an fast allen Häusern in ihrer StraĂe die Rote Fahne. Als Vater Lenstra eine bessere Stellung als Handlungsreisender erlangt hatte, zog die Familie in ein bĂźrgerlicheres Umfeld, behielt aber ihre politische Ăberzeugung bei; Janke Lenstra war als zweite Vorsitzende des Ăśrtlichen Frauenbundes der Sociaal-Democratische Arbeiderspartij SDAP tätig; als Zeitung kam das sozialistische Tageblatt Het Volk ins Haus; im Radio lief ausschlieĂlich das VARA-Programm.cite-ref-4[4]
Wie so viele Spieler seiner Generation lernte Abe Lenstra das FuĂballspielen auf der StraĂe.cite-ref-ing-5-0[5] Mit Schulkameraden, eigenen und denen seines älteren Bruders, lieĂ er keine Gelegenheit aus, gegen papierne Bälle, Tennisbälle, FuĂbälle zu treten. Von Natur aus war er ârechtsfĂźĂigâ, doch durch das unablässige Ăben konnte er schon als Kind den Ball mit beiden Beinen gleich gut treten. Im Mai 1931 fiel er erstmals bei einem jährlichen Schulturnier auf, das von der VV Heerenveen mitgetragen wurde. Abe war der jĂźngste und kleinste Teilnehmer und spielte in einem Team gemeinsam mit seinem Bruder Jan. Nach dem Turnier im folgenden Jahr erkannte auch der neue Trainer der VV Heerenveen, der Engländer und Ex-Profi von Charlton Athletic Syd Castle, das Talent des Jungen. Drei Tage nach seinem zwĂślften Geburtstag wurde Abe Lenstra Mitglied des Vereins. Während sein anderthalb Jahre älterer Bruder Jan bereits in der ersten Nachwuchsmannschaft antrat, wurde Abe zunächst im zweiten Nachwuchsteam eingesetzt. Doch in seinen ersten Spielen erzielte er als MittelstĂźrmer so viele Tore, dass er schnell in Jans Mannschaft aufrĂźckte.
Karriere im Verein
1932â1950: Bodenständiger Amateur in Heerenveen
In der Saison 1932/33 Ăźbernahm der Ăsterreicher Otto Pinter, ehemaliger Spieler von Rapid Wien, das Training bei den Friesen. Während Castle den englischen Spielstil mit langen Pässen auf die FlĂźgel eingefĂźhrt hatte, war Pinter Bewunderer des technisch anspruchsvolleren Kombinationsspiels des âWunderteamsâ aus seiner Heimat. Lenstra Ăźbernahm dies von Pinter. Der Ăsterreicher verglich Abes Spielintelligenz und Technik mit der von Matthias Sindelar, der zu dieser Zeit als bester Spieler des Kontinents galt. Lenstra sagte 1970 rĂźckblickend Ăźber seinen ersten Trainer:
âIch hatte das Talent, aber ich habe auch viel gelernt, vor allem von Otto Pinter. ... Wir probierten alles aus, was ich noch nicht konnte. ... Wenn wir fertig waren, sagte er: âWir sind wieder ein StĂźckchen weiter!â Vor allem in der Anfangszeit war das sehr wichtig fĂźr mich.â
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Abe Lenstra, 1970
Am 1. März 1936 gab Abe Lenstra an der Seite seines Bruders sein DebĂźt in der zweiten Herrenmannschaft der VV Heerenveen, Jan spielte LinksauĂen, Abe auf Halblinks. Beim 12:1-Sieg gegen Alcides Meppel erzielte Abe drei Tore; Jan wurde nach seinen sechs Treffern zur ersten Mannschaft berufen. Abe musste bis zum Sommer warten, ehe er zu einem Freundschaftsturnier ebenfalls in den Kader kam, die nun wieder der aus England zurĂźckgekehrte Castle trainierte. Am 16. Juli 1936 kam er so, noch 15-jährig, zu seinem ersten Einsatz bei den âHerrenâ, hier zunächst auf Halbrechts, da die halblinke Position durch den Topscorer des Teams, Jan âBobâ Krikke, besetzt war. In dem Match gegen Gorredijk, das 2:2 endete, erzielte er den Ausgleichstreffer zum 1:1 â âein prächtiges Torâ, wie der Chronist der Zeitung Nieuwsblad van Friesland berichtete.cite-ref-7[7] In der folgenden Saison 1936/37 eroberte Abe Lenstra sich bereits einen Stammplatz.cite-ref-ing-5-1[5]
Der StĂźrmer war in dieser Spielzeit mit 19 Toren einer der besten TorschĂźtzen der tweede klasse, der zweithĂśchsten niederländischen Spielklasse, und trug damit wesentlich zum Aufstieg der VV Heerenveen bei. Ab 1937 etablierte sich das Team in der hĂśchsten Spielklasse Eerste Klasse Noord. Dank Lenstra, der bis heute als bester FuĂballspieler gilt, den Heerenveen jemals hervorbrachte,cite-ref-8[8] konnte die Mannschaft ab der Saison 1941/42 bis zur Spielzeit 1950/51cite-ref-9[9] in jedem Jahr als Nordmeister in die Endrunde um die Niederländische Meisterschaft einziehen. Beste Platzierung in der niederländischen Meisterschaft war zweimal Platz zwei in den Saisons 1946/47 und 1947/48.cite-ref-10[10] Der FuĂball rollte im Norden der Niederlande bis zum letzten Kriegsjahr auch während des Zweiten Weltkriegs. Im Herbst 1942 musste die VV Heerenveen zeitweilig auf ihren Starspieler verzichten: der KNVB sperrte Lenstra, weil er gegen den Amateurstatus verstoĂen hatte â allerdings nicht im FuĂball: Er hatte â wie mehrere friesische Spieler â an Eislaufveranstaltungen teilgenommen und dafĂźr Preisgelder erhalten.cite-ref-11[11] Während des Hungerwinters 1944/45 gab es in Friesland noch immer genĂźgend Lebensmittel, so dass viele Menschen aus dem SĂźden und Westen des Landes, wo der Nachschub abgeschnitten war, herĂźberkamen. Die Mitglieder der VV Heerenveen nahmen Ajax-Spieler bei sich auf, die mit dem Boot aus Amsterdam Ăźber das IJsselmeer geflohen waren. Hiltje âHilâ Lenstra-Wismancite-ref-12[12], die Abe 1944 geheiratet hatte, erinnerte sich, dass bei dem frischgebackenen Ehepaar Arie de Wit einquartiert war; insgesamt seien etwa 80 Amsterdamer bei den Heerenveenern gewesen, mit denen Abe sich tagsĂźber im Stadion mit FuĂball beschäftigte.cite-ref-13[13] Daneben widmete er sich in dieser Zeit weiter dem Eisschnelllauf und konnte auf der Kurzbahn einige regionale Meisterschaften gewinnen; eine Teilnahme an der nationalen Meisterschaft musste er 1945 wegen einer Trainingsverletzung absagen, schlug jedoch im folgenden Jahr den Meister Kees van Eikeren bei einem Rennen in Heerenveen.cite-ref-14[14]
Lenstra war ein kompletter Spieler; er hatte die Begabung, aus dem Stand schieĂen zu kĂśnnen, und das rechts- wie linksfĂźĂig.cite-ref-ing-5-2[5] âIntuitiv, kreativ, technisch,â sei er gewesen, sagte Kees Rijvers Ăźber ihn: âVor allem, wenn es gut lief.âcite-ref-15[15] Mit samtener Technik, grandioser Ăbersicht, blitzschnellem Schuss und ein paar täuschenden Bewegungen schaltete er seine Gegenspieler aus. Dabei war er einer der ersten groĂen Spieler, die den Ball bevorzugt mit dem AuĂenrist spielten. Die hundert Meter lief er in 10,9 Sekunden, und wirkte dabei auf dem Platz doch oft phlegmatisch.cite-ref-fo62-16-0[16] Manchmal erweckte er den Eindruck, er sei gar nicht im Spiel â um dann blitzschnell Freund und Feind mit einem genialen Pass, einem geschickten Trick oder dem tĂśdlichen Schuss zu Ăźberraschen.cite-ref-17[17] Er selbst sah das recht pragmatisch:
âEin guter FuĂballspieler ist ein bisschen wie ein Hecht; man muss nicht viel tun, wenn man nur zeitig zuschnappt.â
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Abe Lenstra
Als Kämpfer, der seine Mannschaft auch bei fast aussichtslosem RĂźckstand noch zum Sieg fĂźhrte, machte er sich in zwei Spielen einen Namen. Das erste war ein Match in Maastricht am 21. Juni 1947, als Heerenveen nach 0:4-RĂźckstand noch mit 7:6 gewann.cite-ref-ing-5-3[5] Sein bekanntestes Spiel im Dress der Friesen absolvierte er am 7. Mai 1950 gegen Ajax Amsterdam, in dessen Team damals unter anderen Rinus Michels stand. Eine halbe Stunde vor Abpfiff war der Spielstand 1:5 gegen Heerenveen. Doch den Friesen gelang es, aus dem RĂźckstand noch einen 6:5-Sieg zu machen. Lenstra erzielte dabei die ersten beiden Tore und hatte groĂen Anteil an der Vorbereitung der weiteren Treffer. Wie jedes Genie hatte Lenstra aber auch seine Macken.cite-ref-19[19] Im Jahr darauf spielte Heerenveen in der Meisterschaft unter den MĂśglichkeiten, und Lenstra, der sich nicht ganz fit fĂźhlte, lieĂ das Heimspiel gegen Blauw Wit einfach aus. Er kam nicht einmal in den Sportpark, um das Spiel zu sehen; gegenĂźber einem Journalisten gab er an, er sei âfuĂballmĂźdeâ.cite-ref-20[20]
1950â1955: Der schwierige Weg in den bezahlten FuĂball
Abe Lenstra wurde von vielen europäischen Profiklubs umworben; schon 1937 hatte Huddersfield Town ein schriftliches Angebot unterbreitet, das Mindert Lenstra, seinerzeit Vorstandsmitglied der VV Heerenveen, abfing und allen vorenthielt.cite-ref-21[21] AC Mailand bot angeblich 60.000 Gulden fĂźr einen Dreijahresvertrag und 325 Gulden Gehalt ohne Prämien,cite-ref-22[22] Inter Mailand und Rot-Weiss Essencite-ref-planet-23-0[23] buhlten später um ihn; der AC Florenz bot ihm Ende 1950 100.000 Gulden,cite-ref-24[24] fĂźr diese Zeit ein gigantischer Betrag; Lenstra sollte 50.000 Gulden bei Vertragsunterzeichnung und weitere 50.000 nach seinem ersten Ligaeinsatz erhalten; dazu 600 Gulden monatliches Gehalt.cite-ref-niet-25-0[25] Als das nicht fruchtete, sollen die Florentiner gar einen Blankoscheck geschickt haben. Doch Lenstra unterschrieb nicht,cite-ref-sch-26-0[26] er wollte seine pensionsberechtigte Arbeitsstelle bei der Stadt nicht verlierencite-ref-niet-25-1[25]. Auch sein dominanter Vater und der familiäre Hintergrund hatten sicher einen Anteil an der Entscheidung. Mindert Lenstra â einer der wenigen Menschen, auf die Abe noch hĂśrte â hatte seinem Sohn geraten: âPass auf, dass das Geld nicht die Macht Ăźber dich kriegt.âcite-ref-27[27] Abe wies alle Angebote aus dem Ausland mit dem Argument zurĂźck, er wolle sich nicht als âSklaveâ verkaufen:
âWenn man Profi wird, hat man nichts mehr mitzureden, und der Klub kann mit einem machen, was er will.â
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Abe Lenstra
Neben dem FuĂball arbeitete Abe Lenstra also weiter in der Gemeindeverwaltung im Einwohneramt seiner Heimatstadt, verdiente dort 1955 fast 500 Gulden im Monatcite-ref-29[29] und damit beinahe doppelt so viel wie der durchschnittliche Arbeitnehmer. Mit Ehefrau Hiltje hatte Abe zwei TĂśchter. Die kleine Familie konnte mit den finanziellen Zuwendungen und Geschenken unter anderem seiner Fans recht luxuriĂśs leben, während sein Bruder Jan, der schon länger nicht mehr FuĂball spielte, fĂźnf Kinder ernähren musste. âWenn ich 25 Cent erhielt, dann bekam er einen Gulden,â schilderte Jan Lenstra später, wie es um die Geldmittel bestellt war. Doch daran, seinen Bruder zu unterstĂźtzen, verschwendete Abe keinen Gedanken â die Familienbande hatten sich Ăźber die Jahre mehr oder weniger gelĂśst und waren spätestens nach dem Tode von Vater Mindert Lenstra im Januar 1955 kaum mehr vorhanden.cite-ref-30[30]
Dennoch hätte er âseinâ Heerenveen am liebsten gar nicht verlassen; hätte es im Verein nicht 1954/55 heftige Meinungsverschiedenheiten zur EinfĂźhrung des Profitums gegeben.cite-ref-31[31] Der Vorstand wollte den Amateurstatus halten; Lenstra wollte als Spielertrainer jedoch nur bei einem Profiverein VV Heerenveen bleiben und hatte seine Kontakte genutzt, um namhafte Spieler nach Friesland zu locken. Doch nachdem der alte Vorstand zurĂźckgetreten war, kamen mit dem neuen Vorsitzenden Hendrik Schut, einem Lehrer, und Kassenwart Anne Post Menschen auf diese Positionen, die mit Lenstras dominanter, fordernder Art nicht zurechtkamen. âWie Feuer und Wasserâ, beschrieb Schut später ihr Verhältnis. Lenstra und viele seiner Zeitgenossen hielten den neuen Vorstand fĂźr Amateure, unfähig einen Profiverein zu fĂźhren. Germ Hofma, langjähriger Mannschaftskamerad Lenstras, äuĂerte später, Schut habe âeine Schulklasse fĂźhren [kĂśnnen], aber damit hĂśrte es auch auf. Mit einem Vorstand aus Geschäftsleuten wäre Heerenveen grĂśĂer geworden als PSV.âcite-ref-32[32] Lenstra spielte die Saison noch zu Ende, doch ohne den Vater fiel ihm der Entschluss nun leicht, Heerenveen und seinen Verein hinter sich zu lassen.
1955â1960: Als Halbprofi beim Sportclub Enschede
Schon im Sommer 1954 hatte Hennie MĂśring, ehemaliger Spieler des Sportclub Enschede und mittlerweile Geschäftsmann, Kontakt zu seinem frĂźheren Nationalmannschaftskameraden aufgenommen. Der Sportclub hatte zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossen, so bald wie mĂśglich zum ProfifuĂball Ăźberzugehen, der in den Niederlanden mit dem Zusammengehen der zwei Ligen von KNVB und dem neuen Verband der BerufsfuĂballspieler, NBVB, im November 1954 zum Standard wurde. MĂśring bot Lenstra eine zu seiner Arbeit in Heerenveen gleichwertige Anstellung bei der Gemeindeverwaltung Enschede an, die jedoch später an einen anderen Bewerber ging. Um Lenstra doch zu einem Wechsel zu bewegen, wurde ihm daraufhin der GeschäftsfĂźhrerposten in einem neu gegrĂźndeten GroĂhandel fĂźr Sportartikel versprochen. Ein Handgeld von 15.000 Gulden tat ein Ăbriges, und so erklärte Abe Lenstra sich bereit, zur Saison 1955/56 als Halbprofi nach Enschede zu gehen. Die Verhandlungen der Vereine Ăźber eine AblĂśse fĂźr den immerhin 34-jährigen Spieler standen im Zeichen der Geschäftsleute aus Enschede und der Amateure aus Heerenveen: Durch Verhandlungsgeschick und legitime Tricksereien erhielten die Friesen letztlich lediglich Einnahmen aus zwei Freundschaftsspielen des Sportclubs von etwas mehr als 11.000 Gulden â fĂźr einen Spieler, der anderen Vereinen 100.000 Gulden wert gewesen wäre, wie Egidius Joosten, GrĂźnder des NBVB und des ersten niederländischen Profiklubs Fortunaâ54, später bestätigte.cite-ref-33[33]
Zwar war Lenstra erst ab 1. Juli 1955 offiziell beim Sportclub, im Mai und Juni trat er aber schon in zwei Freundschaftsspielen gegen PreuĂen MĂźnster und den FC Schalke 04 im neuen Dress an. Das Vereinsmitglied Nr. 765 traf in Enschede nicht nur auf namhafte Mitspieler wie Joop Odenthal oder Gerrit Voges, sondern auch auf seinen ehemaligen Bondscoach Jaap van der Leck sowie einige âEigengewächseâ des Vereins wie Joop Janssen. Der junge LinksauĂen erinnerte sich, was die Enscheder fĂźhlten, als sie erfuhren, dass das Idol zu ihnen stoĂen werde: âNiemand hatte erwartet, dass Lenstra nach Enschede käme. FĂźr uns war das zu schĂśn um wahr zu sein; wer hätte denn wohl nicht mit Abe zusammen spielen wollen?âcite-ref-34[34] Van der Leck hatte die Mannschaft bereits seit einem Jahr trainiert und auf Platz 5 in der Eerste klasse gefĂźhrt; damit war das Team fĂźr die neue, zweigleisige Hoofdklasse qualifiziert. Am 8. August 1956 erĂśffnete der Club sein neues Stadion Het Diekman mit einem neuerlichen Freundschaftsspiel gegen PreuĂen MĂźnster, das Enschede mit 3:0 gewann; Lenstra erzielte per StrafstoĂ das erste Tor in Spiel und Stadion. Auch im ersten Meisterschaftsspiel drei Wochen später war Lenstra erfolgreich, beim 5:1 Ăźber PSV in Eindhoven erzielte er zwei Treffer, zwei von 13 in 16 Spielen vor der Winterpause. Am Saisonende belegte der Sportclub gemeinsam mit Rapid JC den zweiten Platz und hatte damit klar die Teilnahme an der fĂźr die folgende Saison eingerichteten Eredivisie geschafft. Um die Teilnahme an der Meisterschaftsendrunde spielten Rapid JC und der Sportclub am 17. Juni 1956 ein Entscheidungsspiel in Nimwegen, das der spätere Meister aus Kerkrade mit 4:3 fĂźr sich entschied.
Die erste Saison der Eredivisie, mittlerweile hatte FrantiĹĄek Fadrhonc das Traineramt von van der Leck Ăźbernommen, schlossen die Mannen um Lenstra als Dritter ab, hinter Meister Ajax Amsterdam und Fortunaâ54. Der Friese war mit dem neuen Trainer nicht zufrieden, er lieĂ fĂźr seinen Geschmack zu defensiv spielen. Da Lenstra sich nicht gern in die Verteidigung zurĂźckfallen lieĂ, mussten seine Nebenleute entsprechend längere Wege laufen, was fĂźr das Mannschaftsklima nicht sonderlich fĂśrderlich war. Dennoch stand Abe Lenstra mit diesem Team â in dem mittlerweile auch Rinus Schaap, einer seiner wenigen Freunde, spielte â am 15. Juni 1958 ganz dicht davor, endlich den niederländischen Meistertitel zu holen. Zwar hatte er während der Saison wegen einer Gelbsucht, Verletzungen und interner Sperre (weil er nicht wie von Fadrhonc angeordnet auf LinksauĂen spielen wollte) in dreizehn Spielen nicht antreten kĂśnnen. Doch am Saisonende war er fit. SC Enschede und DOS aus Utrecht standen punktgleich an der Spitze, und der Meister musste in einem Entscheidungsspiel bestimmt werden; Enschede verlor (erneut in Nimwegen) allerdings nach der dritten Verlängerung (Ă siebeneinhalb Minuten) der Partie durch einen Treffer des damals âbesten MittelstĂźrmers der Niederlandeâcite-ref-35[35] Tonny van der Linden mit 0:1. Joop Janssen sah den Grund fĂźr das Verpassen des Titels in den MisstĂśnen innerhalb der Mannschaft: âDurch all die Reibereien zwischen den Spielern haben wir hundertprozentig die Meisterschaft vergeben, und nicht nur 1958.âcite-ref-36[36] Die Mannschaft fiel auseinander; auch Lenstra wollte den Verein verlassen, doch ein Wechsel zu Blauw Wit Amsterdam scheiterte an der hohen AblĂśsesumme von 80.000 Gulden, die Enschede aufrief.cite-ref-37[37] Lenstra verlängerte stattdessen beim Sportclub um zwei Jahre.
Vor dem Entscheidungsspiel um die Meisterschaft hatte Lenstra sich als Sänger versucht; er hatte, als erster niederländischer Sportler, am 21. Mai 1958 im Studio eine Schallplatte aufgenommen, eine Single mit den Titeln Geen woorden, maar daden (âKeine Worte, sondern Tatenâ)cite-ref-38[38] und Bij ons in Holland (âBei uns in Hollandâ).cite-ref-39[39] Die A-Seitecite-ref-40[40] soll er nach Angaben des Journalisten Jurryt van de Voorencite-ref-41[41] vor dem Spiel gegen DOS beim Stadionsprecher hinterlegt haben, damit der sie zur Siegerehrung abspiele. Dazu kam es nicht, da Enschede verlor. Die Single wurde von Philips verĂśffentlicht, konnte aber keinen groĂen Verkaufserfolg erzielencite-ref-42[42] und gilt heute als Rarität.
Auch ohne Erfolg als Sänger verdiente Lenstra gut. Pro Sieg zahlte der Sportclub 75 Gulden, bei einem Unentschieden gab es 45 Gulden und nach einer Niederlage konnte Lenstra immerhin noch 25 Gulden einstreichen. So kam er 1958 auf rund 3.600 Gulden vom Verein, etwa die HĂśchstsumme, die vom KNVB fĂźr die niederländischen Profis genehmigt war;cite-ref-43[43] hinzu kamen Prämien vom KNVB fĂźr Länderspiele zwischen 50 und 150 Gulden und fĂźr Gastauftritte, fĂźr die Summen mindestens im dreistelligen Bereich gezahlt wurden. AuĂerdem erhielt er, so gab sein Freund und Manager Willem ter Riet später preis, monatlich noch einmal fĂźnf- bis sechshundert Gulden zusätzlich vom Verein. Damit gehĂśrte er unter den niederländischen BerufsfuĂballspielern seiner Zeit zu den bestbezahlten; im internationalen Vergleich jedoch war die Summe eher gering: in England wurden Profis in diesen Jahren bereits mit umgerechnet zwischen 15.000 und 20.000 Gulden je Saison entlohnt.cite-ref-44[44]
In der Saison 1959/60 geriet der Sportclub Enschede nach neun Niederlagen in Folge in der ersten Saisonhälfte in Abstiegsnot. Das Verhältnis zwischen Fadrhonc und Lenstra hatte sich bereits verschlechtert und als der Trainer seinem Star mitteilte, er kÜnne ihn nunmehr nicht mehr auf Halblinks spielen lassen, kam es zum Eklat. Wie schon mehrmals in der Vergangenheit weigerte Lenstra sich, die Entscheidung zu akzeptieren; sein Standing war mittlerweile aber nicht mehr hoch genug. Trainer und Club sperrten ihn fßr die erste Mannschaft und verbannten ihn in die Zweite. Doch sein Ehrgeiz war groà genug, es ihnen noch einmal zeigen zu wollen. Wie Hiltje Lenstra es nach seinem Tod ausdrßckte:
âIn bestimmten Situationen musste Abe sich immer wieder beweisen. Wohl vier- oder fĂźnfmal wurde er im Laufe der Jahre abgeschrieben. Das hat echt an ihm genagt.â
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Hiltje Lenstra-Wisman, Ehefrau
Er spielte gut, erzielte in sechs Spielen acht Tore. Da die Mannschaft sich ohne Abe Lenstra wieder aus der Abstiegszone gekämpft hatte, holte Fadrhonc ihn zurĂźck â nicht zu Unrecht, denn in den verbleibenden neun Saisonspielen mit Lenstra erzielte dieser neun Treffer, spielte zeitweilig wie in seinen besten Jahren, war beim 4:1-Sieg gegen PSV ârundheraus brillantâ und fĂźhrte seine Mannschaft noch bis auf Tabellenplatz neun.cite-ref-46[46]
1960â1963: Mit 40 Jahren noch einer der Boys
Zwischen seinem 34. und 39. Lebensjahr erzielte Lenstra beim SC Enschede in 135 Spielen 89 Tore. Doch das Alter forderte mittlerweile seinen Tribut; fĂźr einen fast 40-Jährigen war kein Platz mehr im Eredivisie-Team des Sportclubs. Verschiedene Vereine, darunter wieder Blauw Wit, machten ihm Angebote, doch erneut scheiterten Verhandlungen an der geforderten AblĂśsesumme. Letztlich war es der Stadtrivale Enschedese Boys, der Lenstra fĂźr 45.000 Guldencite-ref-47[47] Ăźbernahm.cite-ref-sch-26-1[26] Die Mannschaft des Arbeitervereins war gerade aus der Tweede klasse in die Eerste klasse aufgestiegen. Lenstra kannte viele Spieler der GrĂźn-WeiĂen, da er oft das Training der Boys beobachtet hatte; fĂźr seine Familie war der Wechsel ideal, da das Leben ohne Umzug oder andere Umstellungen weitergehen konnte. Pikanterweise stand als erstes Spiel fĂźr den neuen Verein eine Pokalbegegnung gegen den Sportclub an, in dessen Heimstadion Het Diekman. Während die Boys stolz den friesischen Altstar vorstellten, konnte der Sportclub in diesem Match seinen Nachfolger präsentieren â niemand geringeren als den Weltmeister von 1954, Helmut Rahn. Doch der fast zehn Jahre ältere Lenstra und seine Mannschaft waren an diesem Tag die Besseren: die Boys gewannen Ăźberraschend gegen den klassenhĂśheren Rivalen mit 2:0, Lenstra erzielte den FĂźhrungstreffer. So verschaffte er sich gleich die Sympathien der Fans und legte den Grundstein fĂźr zwei sportlich erfolgreiche Spielzeiten, in denen einige Journalisten sogar sein erneutes Comeback in die Nationalmannschaft forderten und nach denen sich die Boys als TabellenfĂźnfter fĂźr die neue Eerste divisie qualifizierten. Dabei bootete Lenstra im April 1962 Trainer Bas Paauwe aus und Ăźbernahm als Spielertrainer die Verantwortung â allerdings ohne den eigentlich erforderlichen Trainerschein.
FĂźr die folgende Saison in der zweithĂśchsten Klasse verpflichteten die Boys den jungen Gymnastiklehrer Folkert Visser, der den erforderlichen Schein hatte. Visser wurde allerdings vornehmlich als Konditionstrainer tätig, alle anderen Aufgaben lagen in Abe Lenstras Hand. Zur Hälfte der Saison 1962/63 bestand eine gute Chance auf den Aufstieg in die Eredivisie; doch mittlerweile war deutlich geworden, dass der Verein finanziell nicht gut aufgestellt war; als einzige Chance, kĂźnftig weiter im bezahlten FuĂball mitzuspielen, sah man eine Fusion mit dem ebenfalls in Geldschwierigkeiten geratenen Sportclub.cite-ref-48[48] So wurde Lenstra mitgeteilt, dass er mit dem Team besser nicht aufsteige. Dieser verlor die Lust am Spiel und somit auch die Mannschaft ihre Stärke. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass Lenstras siebter Saisontreffer gegen DHC Delft vom 4. November 1962 das letzte Ligator seiner Laufbahn sein sollte. Der Vorstand ordnete sieben Spieltage vor Saisonschluss an, dass Lenstra nur noch Trainer sein und nicht mehr auflaufen sollte. Die Enschedese Boys beendeten die Spielzeit als Dritter â hinter den Aufstiegsplätzen, doch ohne Lenstra. Er stand am nächsten Spieltag in einem Match der Alt-Internationalen auf dem Platz, bei seinem Verein lieĂ er sich nicht mehr sehen. Der setzte den Spieler Lenstra auf die Transferliste, doch ohne Folgen.
So beendete Abe Lenstra 1963, mit 42 Jahren, seine aktive Laufbahn. Er erzielte in 26 Spielzeiten fĂźr Heerenveen, den Sportclub Enschede und die Enschedese Boys 651 Tore in 677 Liga- und Pokalspielen. Seine 33 Treffer in Länderspielen dazugerechnet, kommt Abe Lenstra auf insgesamt 684 Tore in 724 offiziellen Spielen â ein Mittelwert von 0,94 Toren je Spiel. Zum Vergleich: PelĂŠ traf 765-mal in 827 offiziellen Spielen (0,93) und Johan Cruijff kam auf 400 Tore in 709 Pflichtspielen (0,56).cite-ref-49[49]
Stationen
⢠VV Heerenveen (1936â1955, zuletzt Eerste klasse B)
⢠SC Enschede (1955â1960, zuletzt Eredivisie)
⢠Enschedese Boys (1960â1963, zuletzt Eerste divisie)
Nationalmannschaft
1937â1940: Der lange Weg in die Elftal
Nachdem Lenstra als TorschĂźtzenkĂśnig mit Heerenveen aufgestiegen war, wurde er fĂźr die Jugendauswahl Frieslands selektiert. Mit ihm als RechtsauĂen gewann der Nachwuchs in Dokkum gegen eine Herrenmannschaft aus Leeuwarden mit 6:3. Noch mit 16 Jahren durfte Lenstra im November 1937 das erste Mal mit einer Auswahl der Nordniederlande auflaufen, in Hannover ging es gegen eine norddeutsche Auswahlmannschaft.cite-ref-ing-5-4[5] Lenstra war von der Kulisse der Hindenburg-Kampfbahn, mit zwei TribĂźnen ausgelegt fĂźr mehr als 20.000 Zuschauer, nach eigener Aussage so beeindruckt, dass das Spiel âvĂśllig an ihm vorbeigingâ; sein Team verlor 0:3. Die Presse aber sah hier schon âeinen Spieler, der auf Dauer fĂźr den Norden von Bedeutung werden kann.âcite-ref-50[50] Das âRevanchespielâ in Haren ein Jahr später gewannen die Nordniederländer 4:2; Lenstra erzielte alle vier Tore.cite-ref-51[51]
Im Februar 1938 war Abe Lenstra in den Kader der niederländischen U-21-Auswahl berufen worden, neben späteren A-Nationalspielern wie Bertus de Harder, Frans van der Veen und Han Engelsman, die allesamt älter waren. Zwar war er in Rotterdam gegen die belgische Auswahl nur Ersatzspieler, doch dem Stolz auf die Berufung tat das keinen Abbruch â war er doch der erste Friese Ăźberhaupt, der sich das Oranje-Hemd Ăźberstreifen durfte.cite-ref-52[52] Nach dem 7:3-Sieg der Jugendspieler schauten diese sich noch das anschlieĂende A-Länderspiel gegen Belgien an, in dem ein mit vier Treffern Ăźberragender Kick Smit seine Mannschaft zum 7:2-Sieg fĂźhrte. Smit besetzte die halblinke Position, auf der Lenstra im Verein spielte; van der Veen wurde nach diesem Spieltag zu seinem Ersatzmann â fĂźr Lenstra war zunächst kein Platz in der A-Elf. Es dauerte noch mehr als zwei Jahre, ehe er selbst das erste Mal offiziell fĂźr die Niederlande auflaufen sollte.
Inzwischen spielte er fĂźr regionale Auswahlen und die B-Nationalmannschaft; der denkwĂźrdigste Einsatz in der âzweiten Wahlâ des KNVB war am 7. Mai 1939 bei einem Spiel gegen Belgien, in dem er mit drei Treffern in den letzten zehn Minuten aus einem 1:4-RĂźckstand noch ein Unentschieden machte. Van der Veen hatte mittlerweile sieben Länderspiele gemacht, in denen er nur ein Tor erzielte. Am Tag, als Lenstra in Tienen brillierte, verlor die Elftal in der Schweiz mit 1:2. Die Auswahlkommission berief fĂźr ein kommendes Freundschaftsspiel gegen Jugoslawien â das kein offizielles Länderspiel, sondern als Trainingsspiel deklariert war â Lenstra fĂźr van der Veen in den Kader. Die Jugoslawen hatten in den Wochen zuvor die als âunschlagbarâ geltenden Engländer besiegt und gegen Weltmeister Italien nur knapp verloren. Das Spiel in Amsterdam hätte fĂźr Abe nicht besser losgehen kĂśnnen: Nur drei Minuten nach Anpfiff kĂśpfte er eine Flanke de Harders an Tormann Ljubomir LovriÄ vorbei zum 1:0 ein. Das Spiel endete 4:1, und die Presse war voll des Lobes fĂźr den Friesen.cite-ref-53[53] Im Dezember 1939 fand ein Jubiläumsspiel anlässlich des fĂźnfzigjährigen Bestehens des KNVB statt, gegen die Nachbarn aus Belgien; Lenstra durfte als rechter HalbstĂźrmer spielen, erzielte jedoch nur einen Treffer, der wegen Abseits nicht gegeben wurde. AuĂerdem war auch dieser zweite Einsatz in Oranje kein offizielles Länderspiel.
1940â1953: Vom DebĂźt zum ersten RĂźcktritt
Am 31. März 1940, mit 19 Jahren, gab er endlich, wiederum in De Kuip, seinen Einstand in der A-Nationalmannschaft. Das Spiel davor gegen Belgien, das wegen des kalten Winters vom 3. auf den 17. März verlegt worden war, hatten die Niederländer in Antwerpen mit 1:7 verloren; Kick Smit hatte kurz vor Schluss lediglich noch den Ehrentreffer erzielen kĂśnnen.cite-ref-54[54] Gegen Luxemburg setzten die Auswahlkommission und Bondscoach Bob Glendenning auf fĂźnf DebĂźtanten; neben Lenstra waren das Kees Slot, Herman Choufoer, Jan Poulus und Heinz Vroomen.cite-ref-55[55] Das Spiel wurde am folgenden Tag in De Telegraaf als De Schande van Rotterdam (âDie Schande von Rotterdamâ) bezeichnet; Luxemburg hatte 5:4 gewonnen. FĂźr vier der DebĂźtanten war ihr erstes gleichzeitig ihr letztes Spiel in Oranje. Lenstra aber war einer der besseren Spieler, fĂźllte die Position Smits auf Halblinks als Vorbereiter bestens aus und kam gleich in der zehnten Minute auch selbst zum Abschluss: auf Vorlage von Guus Dräger erzielte er mit dem 1:0 den ersten Treffer seiner Nationalmannschaftskarriere, die mit Unterbrechungen fast zwanzig Jahre dauern sollte. Mit seinem DebĂźt wurde er der erste Friese, der in der Elftal spielte, was seine Landsleute in der nordniederländischen Provinz stolz machte. Ăber sein DebĂźt sagte Lenstra später:
âWelch ein Tag! Endlich hatte Friesland einen Nationalspieler. Ich selbst begriff Ăźberhaupt nicht, welche Ehre mir da zugefallen war. Als Junge von 19 Jahren kapiert man das noch gar nicht.â
â
Abe Lenstra
Doch noch gab es in Holland Vorurteile gegenĂźber dem jungen Friesen, nicht nur bei der Oranje legioen, den Fans der Nationalmannschaft, sondern auch bei den etablierten Spielern. Abe wurde wegen seiner Herkunft als Friese boertje, als âfriesisches Bäuerleinâ verhĂśhnt. In seinem zweiten Spiel, gegen Belgien im April, so erinnerte er sich später, âhat 90 Minuten lang einer meiner Mitspieler nicht aufgehĂśrt, mich anzumeckern und rumzumaulen. Wenn ich den Ball bekam, rief er, ich solle ihn abgeben, ich kĂśnne doch nichts damit anfangen.âcite-ref-57[57] Den Namen nannte Lenstra nicht; es war Leen Vente, der seit 1933 Stammspieler auf der MittelstĂźrmerposition und zweimaliger WM-Teilnehmer gewesen war und in diesem, seinem 21., Spiel sein 19. Tor erzielte. Vente hatte offensichtlich Angst, dass Abes Supertalent ihm seinen Platz in der Nationalmannschaft nehmen kĂśnnte.cite-ref-58[58] Auf einem Foto, das nach dem 4:2-Sieg gemacht wurde, sieht man neun Spieler, acht von ihnen lachend; lediglich Lenstra geht mit gebeugtem Kopf vom Feld.cite-ref-59[59] Nach dem Spiel schwänzte er das Bankett, fuhr direkt zurĂźck nach Heerenveen. Von seinen Kameraden verabschiedete er sich in der Kabine mit den Worten: âMit dem Kerl (ndl. vent, gemeint war natĂźrlich Vente) spiele ich nie wieder FuĂball! Mich seht ihr hier nie wieder. Adieu!âcite-ref-60[60] Zumindest mit dem ersten Teil der Aussage sollte er recht behalten. FĂźr das nächste Länderspiel â in Luxemburg wollten die Niederländer am 12. Mai 1940 Revanche nehmen fĂźr die âSchande von Rotterdamâ â wurde Abe berufen; Lente hingegen hatte sich im Rahmen der Mobilisierung beim Militär melden mĂźssen und war zu dieser Zeit in einer Kaserne. Doch die Mannschaft konnte nie zum Spiel nach Luxemburg reisen, da am 10. Mai 1940 deutsche Truppen einmarschierten und die Niederlande besetzten; der Zweite Weltkrieg verhinderte nun weitere Länderspiele. Nach dem Krieg war Vente zu alt fĂźr die Nationalelf; Lenstra hingegen hatte sich durch seine Erfolge mit VV Heerenveen einen Namen gemacht und gehĂśrte 1946, am 10. März beim 6:2-Sieg in Luxemburg, gleich im ersten Nachkriegsspiel wieder zum Team. 1948 nahm er an den Olympischen Spielen teil, erzielte in den beiden Spielen der Niederländer jedoch kein Tor.
Der eigenwillige Friese war im Sturm auf allen Positionen einsetzbar. Bei seinen Auftritten im Nationaldress spielte er fĂźnfmal auf RechtsauĂen, siebenmal auf Halbrechts, dreimal als MittelstĂźrmer, siebenmal auf LinksauĂen â und in 25 Länderspielen wurde er auf seiner Lieblingsposition als linker HalbstĂźrmer eingesetzt.cite-ref-derksen-61-0[61] Eine Zeitlang hatte er damit Probleme, es gab Streit zwischen ihm und der Auswahlkommission der Nationalmannschaft, wenn sie ihn nicht auf Halblinks spielen lassen wollte. Nachdem im Dezember 1952, auch aus diesem Grund, die Besetzung der Auswahlkommission gewechselt hatte â ihr gehĂśrte nun auch Ex-Nationalspieler Harry DĂŠnis an â war Abe allerdings sogar erstmals als Mannschaftskapitän dabei, als die KNVB-Auswahl am 7. März 1953 ein Länderspiel gegen Dänemark austrug, dessen ErlĂśs den Opfern der Hollandsturmflut zugutekommen sollte. Lenstra erzielte das Tor der Oranje bei der 1:2-Niederlage in Rotterdam. Dieses Spiel war das offizielle niederländische Benefizspiel, stand allerdings später im âmedialen Schattenâ eines inoffiziellen Spiels zugunsten der Flutopfer, des so genannten Watersnoodwedstrijd, fĂźnf Tage später in Paris, in dem eine Auswahl von â vornehmlich in Frankreichs Profiligen spielenden â niederländischen Auslandsprofis gegen die Ăquipe tricolore 2:1 gewann.cite-ref-62[62] Unter den Kollegen der schreibenden Zunft auf der PressetribĂźne im Prinzenpark befand sich auch Abe Lenstra; auf Einladung eines Freundes von der Zeitschrift Sport en Sportwereld sollte er einen Artikel Ăźber das Spiel schreiben. Lenstra hatte vor dem Spiel vorausgesagt, die Franzosen wĂźrden âungefähr vier zu nullâ gewinnen. Sein Spielbericht schwärmte dann von den niederländischen Profis, die sich nicht nur seiner Meinung nach seit ihrem Weggang aus den Niederlanden technisch, taktisch und konditionell enorm verbessert hätten. Als man ihn später fragte, ob er gerne mitgespielt hätte, sagte er:
âUnd ob ich gewollt hätte! Endlich Spieler, von denen man gute Pässe hätte kriegen kĂśnnen!â
â
Abe Lenstra
In den folgenden Länderspielen mit seinen Sportkameraden aus den niederländischen Amateurligen wirkte Lenstra lustlos; sein Freund Kick Geudeker von Sport en Sportwereld schrieb, der Mannschaftskapitän sei im Länderspiel gegen Belgien am 19. April 1953 ânicht nur uninteressiert, abwesend und unbeteiligt, sondern auch technisch schlechtâ gewesen.cite-ref-64[64] Wenig später gab Lenstra bekannt, er sei voetbalmoe, fuĂballmĂźde. Die Spiele im Verein reichten ihm; er ging nun lieber Tennis spielen oder widmete sich anderen Hobbys.
1954â1959: Comeback als Halbprofi unter Profis
Erst nachdem Ende 1954 der KNVB mit dem NBVB, dem neugegrĂźndeten Verband von Profivereinen, fusionierte und StĂźck fĂźr StĂźck der ProfifuĂball Einzug gehalten hatte, kehrte Lenstra in den Kreis der Oranje Elftal zurĂźck. Am 13. März 1955 gab es das erste Länderspiel, in dem Profis eingesetzt wurden. Lenstra verdankte seine Nominierung seinem guten Auftritt bei einem Trainingsspiel des erweiterten Kaders gegen Austria Wien. Spieler wie Frans de Munck, Cor van der Hart und Faas Wilkes kehrten â nach Jahren als Parias â in das Team zurĂźck; zwischen den Profis war es aber Abe Lenstra, der das einzige Tor beim 1:1 gegen Dänemark, das noch mit reinen Amateuren antrat, erzielte. Die vor dem Spiel umjubelten Profis wurden ausgepfiffen. Lenstra aber erhielt eine Einladung zum nächsten Spiel, die er jedoch aufgrund einer Oberschenkelverletzung ausschlagen musste. Doch nachdem seine Verletzung ausgeheilt war, Ăźberging ihn die Auswahlkommission bei den folgenden Spielen. Es schien, als sei der Abschied des nunmehr 34-Jährigen aus der Nationalmannschaft endgĂźltig besiegelt. Erst im Dezember 1955 lud man ihn wieder ein, zu einem Benefizspiel fĂźr die FlĂźchtlingshilfe; Gegner in Rotterdam war mit Rot-Weiss Essen der Verein, der ihn zweieinhalb Jahre zuvor nach Deutschland holen wollte. Während die Presse annahm, der Verband habe ihn lediglich als Attraktion fĂźr grĂśĂeren Zuschauerzuspruch eingeladen, sah Lenstra selbst eine neue Chance. Er nutzte sie, erzielte ein umjubeltes Tor beim 4:1-Sieg und sorgte dafĂźr, dass das Spiel später als die âWiederauferstehung des Nationalspielers [Lenstra]â betrachtet wurde. Er kam zu seinem vierten Comeback 1956. Es war nicht zuletzt ein Verdienst des Ăśsterreichischen Bondscoachs Max Merkel, dass Lenstra die Chance bekam. Der Ăsterreicher hielt ihn fĂźr âeinen der grĂśĂten [FuĂballspieler]. Ein Mann mit unglaublichem BallgefĂźhl, ein RassefuĂballer.âcite-ref-65[65] Doch Merkel hatte anfangs Probleme, dass die Auswahlkommission Lenstra wieder in den Kreis der Nationalspieler berufen wollte. In seiner Autobiographie schrieb er Ăźber den Friesen:
âNur mit einem Spieler hatte ich einige Schwierigkeiten, mit Abe Lenstra. Er machte mir etwas zu sehr auf Star, und ich hatte Angst, er kĂśnnte mir den guten Geist in meiner Truppe kaputtmachen.â
â
Max Merkel
Nach einem klärenden Vier-Augen-Gespräch im ersten Trainingslager in der niederländischen Länderspielgeschichte, in Venlo, aber verstanden sich die beiden so gut, dass Lenstra später die Frage nach seinem besten Trainer mit âMax Merkelâ beantwortete,cite-ref-kuiper-67-0[67] obwohl er unter ihm nur drei Partien absolvierte. Deren erste war am 14. März 1956 in DĂźsseldorf vor 40.000 Zuschauern â 10.000 davon niederländische Fanscite-ref-senior-68-0[68] â gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland. Im Programmheft wurde Abe mit Superlativen bedacht: Hollands FuĂballidol, Meister der Technik, der Tricks, der Regie, spiritus rector, ScharfschĂźtze und glänzender Spielmacher.cite-ref-69[69] In diesem, seinem wohl besterinnerten Länderspiel, wurde Lenstra dem zwar nicht wirklich gerecht, glänzte nur als zweifacher TorschĂźtze gegen Fritz Herkenrath, doch leitete er das Team zu einem verdienten 2:1-Arbeitssieg. Das Gegentor war dabei ein Eigentor von Cor van der Hart.
Gemeinsam mit Faas Wilkes und Spielmacher Kees Rijvers bildete Lenstra als linker HalbstĂźrmer in den 1950er Jahren das âGoldenes Innentrioâ (Gouden binnentrio) genannte HerzstĂźck im Angriff der niederländischen Mannschaft. Die drei hatten erstmals im ersten Nachkriegsländerspiel am 10. März 1946 in Luxemburgcite-ref-70[70] gemeinsam gespielt â bei dem 6:2-Sieg der Niederländer erzielte Lenstra allerdings keinen Treffer; Wilkes hingegen traf gleich viermal.cite-ref-71[71] Aufgrund dessen, dass Wilkes und Rijvers als Auslandsprofis aus der Nationalmannschaft verbannt wurden, waren es â trotz des edlen Beinamens â nur zehn Spiele, die alle drei gemeinsam machten. Von diesen ging allerdings nur eins verloren, und das auch erst nach Verlängerung. Experten fĂźr den niederländischen FuĂball der 1950er behaupten auch gern, dass alle drei in einer Mannschaft âzu viel des Gutenâ gewesen seien.cite-ref-72[72] Im letzten Spiel, in dem die drei zusammen antraten, machte Lenstra eine der âtraurigsten Erfahrungen seiner Laufbahnâ.cite-ref-kuiper-67-1[67] Es war am 25. September 1957. In der Qualifikation zur WM in Schweden brauchten die Niederländer einen Sieg gegen Ăsterreich. Im Amsterdamer Olympiastadion hatte aber Hanappi die Ăsterreicher nach einer halben Stunde in FĂźhrung gebracht; dem RĂźckstand liefen die Mannen von Bondscoach Elek Schwartz hinterher, bis in der 61. Minute Lenstra den Ausgleichstreffer erzielte.cite-ref-73[73] In seinen autobiografischen Aufzeichnungen Voetbal-leven (âFuĂball-Lebenâ) schildert Lenstra was folgte:
âHundert Sekunden vor dem Schlusspfiff verpasste ich die Chance meines Lebens. Nach einem Sololauf aus dem Mittelfeld heraus kam ich ganz nah vors Ăśsterreichische Tor. Ein Treffer war dicke mĂśglich. Aber ich schoss genau in die Hände von Keeper Schmidt!cite-ref-74[74] Ich hätte heulen kĂśnnen.â
â
Abe Lenstra
Das Spiel endete unentschieden, Ăsterreich fuhr zur WM.
Lenstras letztes Spiel in Oranje war am 19. April 1959, wiederum in Amsterdam, ein 2:2-Unentschieden gegen Belgien, bei dem der 38-Jährige in der 73. Minute den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte. Insgesamt kam er auf 47 Spiele in der Nationalelf; in drei dieser Begegnungen trug er die Kapitänsbinde.cite-ref-76[76] Nur etwas mehr als ein Jahr später, am 28. Mai 1960, debĂźtierte er erneut in Oranje â in der Mannschaft der Alt-Internationalen.
Wirken als Trainer
Nach dem Krieg hatte Lenstra zeitweilig bereits das Training der VV Heerenveen als Spielertrainer geleitet, damals âein GlĂźcksgriff, denn die Mannschaft blĂźhte aufâcite-ref-77[77] und der Klub holte mit ihm den vierten Noord-Titel in Folge. Während der aktiven Zeit betreute er auch erfolgreich die Jugendauswahl der Enschedese Boys, die er 1962 zur Landesmeisterschaft fĂźhrte,cite-ref-78[78] und war de facto, wenn auch nicht nominell seit April 1962 als Spielertrainer beim Zweitligateam tätig. âAbe war eigentlich nie danach, Trainer zu werden,â sagte Hiltje Lenstra nach seinem Tode, âaber er hat es halt trotzdem versucht.â So wurde er Trainer bei unterklassigen Vereinen: bei SOS in Hellendoorn, in Wijhe, bei DOS Kampen, DOSâ19 in Denekamp, dem WSV in Apeldoorn und beim FC Assen. Dabei legte er einige fĂźr einen Trainer auch schon damals eher ungewĂśhnliche Verhaltensweisen an den Tag. Er lieĂ die Spieler Waldläufe machen und Bockspringen, während er bei Kälte in seinem Auto sitzen blieb; er zog sich zum Training nicht um und kam auch oft nicht zu den Spielen. In Assen dauerte sein letztes Trainerengagement 1972 nur ein halbes Jahr. Ein Streit mit Spielern Ăźber deren Haarlänge endete damit, dass diese ihn in seiner Kleidung unter die Dusche stieĂen.cite-ref-derksen-61-1[61]
Seine Erfolge als Coach blieben Ăźberschaubar. Als er den FC Assen trainierte, war er in Hoogeveen nebenher als GeschäftsfĂźhrer im Juwelierladen von Klaas Oosterhof, dem ehemaligen LinksauĂen des SC Heerenveen, angestellt.cite-ref-derksen-61-2[61] âAls Trainer,â sagte Oosterhof später, âwar Abe eine Katastrophe.âcite-ref-79[79]
Lenstra im Blick der Mitmenschen
Sowohl in Friesland wie auch in den gesamten Niederlanden genoss Lenstra unter den FuĂballfans enorme Popularität. Heerenveen wurde in den 1950er Jahren seinetwegen gern auch als Abeveen bezeichnet. Die VV Heerenveen hatte in den Meisterschaftsjahren, also 1947/1948, einen Zuschauerschnitt von rund 18.000 pro Spiel â in einem Ort, der gerade einmal etwa achttausend Einwohner zählte. âAus allen Teilen Frieslands, Groningens und Drentes strĂśmten [die Menschen] in das âFriese Haagjeâcite-ref-80[80], um die Meistermannschaft aus Heerenveen spielen zu sehen,â heiĂt es in Thom Mercuurs Buch Rondom Abe.cite-ref-81[81] Lenstra war Heerenveen, und Heerenveen war Lenstra.cite-ref-fo62-16-1[16] Er selbst wurde auf Westfriesisch auch Ăşs Abe (âuns' Abeâ) genannt. Mit Faas Wilkes und Kick Smit diente Abe Lenstra als Vorlage fĂźr den auch kommerziell erfolgreichen, FuĂball spielenden Comicstrip-Helden Kick Wilstra; die Abenteuer des FuĂballhelden erschienen zunächst in Zeitschriften und in der zweiten Hälfte der 1950er Jahre auch als BĂźcher.cite-ref-82[82]
Bis heute wird Abe Lenstra als einer der grĂśĂten niederländischen FuĂballspieler betrachtet. 1951 wurde er zum ersten Sportler des Jahres der Niederlande gewählt; 1952 wurde ihm dieser Titel ein zweites Mal zuerkannt. Lenstras Popularität machte sich auch die Werbewirtschaft zunutze: so machte er Reklame unter anderem fĂźr C&A und Coca-Cola, und sogar seine Frau wurde fĂźr die Werbung entdeckt â sie machte sich fĂźr Maggi Goldbouillon stark.cite-ref-senior-68-1[68]
Noch Jahre nach seinem Abschied aus der Nationalmannschaft skandierten die niederländischen Fans bei einem schlechten Spiel des Teams seinen Vornamen.cite-ref-planet-23-1[23] Riemer van der Velde, ehemaliger Präsident des SC Heerenveen, sieht Lenstra gar als den allergrĂśĂten, sogar vor KĂśnig Johan:
âWenn nicht Johan Cruijff, sondern Abe Lenstra in Amsterdam geboren wäre, dann wäre nicht Cruijff, sondern Abe zum FuĂballer des Jahrhunderts gewählt worden.â
â
Riemer van der Velde, sc Heerenveen
Lenstras Nationalmannschaftskamerad Jan van Roessel teilte diese Einschätzung:
âLenstra oder Cruijff? Dann sage ich Lenstra. Eine eigensinnige Figur, aber ein Zauberer am Ball.â
â
Jan van Roessel, Mannschaftskamerad aus der Nationalmannschaft
Als Mensch kam Abe Lenstra bei seinen Sportkameraden weniger gut an. Er war eigenwillig und launisch; in Gesprächen mit ehemaligen Mitspielern Lenstras fand Tom van Hulsen, Chefredakteur von Voetbal international, heraus, dass alle den Heerenveener als FuĂballer ehrten und respektierten, aber niemand ihn sympathisch fand. Die Nationalspieler waren froh gewesen, wenn Abe mal wieder mit dem KNVB im Streit lag, denn dann war die Atmosphäre bei Oranje gleich besser.cite-ref-85[85] Jan Steenhuizen, ehemaliger Vorsitzender des SC Heerenveen und von Beruf Arzt, charakterisierte ihn mit den Worten:
âAbe war als Mensch ein Ekel, ein Ăźbler Mann. Kein Wunder, dass er frĂźher als FuĂballer so viele Probleme hatte.â
â
Jan Steenhuizen, sc Heerenveen
Und Ajax-Spieler Cor van der Hoeven, 1950 gemeinsam mit Lenstra in drei Länderspielen aktiv, bestätigt:
âAbe genoss unter den anderen Spielern der Nationalmannschaft kein groĂes Ansehen. [...] Wenn man als Läufer hinter ihm spielte, rannte man ständig vergebens. Unsere Kritik interessierte ihn nicht. Abe sagte: âIch machâ das so, wie ich es will,â und damit war die Sache durch.â
â
Cor van der Hoeven, Nationalmannschaftskamerad
Ein Grund dafĂźr war, dass Lenstra in Heerenveen immer alle Freiheiten genoss und die anderen Spieler fĂźr ihn arbeiten mussten. Dies funktionierte mit den erfolgsgewĂśhnten Stars der Nationalmannschaft nicht. Faas Wilkes kommentierte das kurz vor seinem Tod 2006:
âAbe hätte das nie so gesagt, und schon gar nicht gegenĂźber einem Journalisten: Er wollte immer der GrĂśĂte sein. Er war auch groĂartig, aber das hatte er nicht nĂśtig.â
â
Faas Wilkes, Nationalmannschaftskamerad
62 Jahre nach Abe Lenstras letztem Länderspieleinsatz, während des Spiels der niederländischen Nationalmannschaft im Achtelfinale der FuĂball-Europameisterschaft 2021 schrieb De Telegraaf beim Stand von 0:2 gegen Tschechien:
âSechs Minuten Nachspielzeit! Hoffen wir also auf Abe Lenstra.â
â
De Telegraaf
Die letzten Jahre
Neben seinen Trainerjobs hatte Lenstra sein Geld als Vertreter einer Brauerei verdient. Noch bevor seine Karriere als Ăbungsleiter Ende 1972 endete, hatte die Brauerei ihn in den Innendienst versetzt. Der neue Arbeitsplatz war in Zwolle, und die Lenstras zogen 1971 ins nĂśrdlich von Zwolle gelegene Staphorst um, ein kirchlich geprägtes, puritanisches Dorf â nicht die ideale Umgebung fĂźr das Arbeiterkind aus Heerenveen, das Abe Lenstra noch immer nicht verleugnen konnte, so dass sie vier Jahre später ins weniger ländliche geprägte Almelo verzogen. Abe Lenstra spielte auch als MittfĂźnfziger â mit mittlerweile schwarz gefärbtem Haar â noch FuĂball, ob in Benefiz- oder Jubiläumsmannschaften oder bei den Alt-Internationalen, die von seinem Freund Rinus Schaap organisiert wurden. Im Oktober 1975 absolvierte er sein erstes Spiel fĂźr die Alten Herren, die zwĂślfte Mannschaft des Almeloer Vereins Prins Hendrik, und noch immer war der Medienandrang groĂ.
Am 21. März 1977 erlitt der Sportsmann, der zeitlebens kaum geraucht und nie getrunken hatte, während einer Heimfahrt mit dem Auto nach einem Training einen Schlaganfall. Er Ăźberlebte, doch die Hirnblutungen fesselten ihn fĂźr den Rest seines Lebens an den Rollstuhl. Hil und Abe Lenstra kehrten im folgenden Jahr auf Initiative des Komitees Abe weer thuis (âAbe wieder nach Hauseâ) nach Heerenveen zurĂźck. Ehrenvorsitzender dieses Komitees â das vor allem dafĂźr sorgte, dass Lenstra eine behindertengerechte Wohnung erhieltcite-ref-senior-68-2[68] â war Prinz Bernhard, selbst ein Bewunderer von Lenstras FuĂballkĂźnsten.cite-ref-kuiper-67-2[67]
Acht Jahre später starb Abe Lenstra 64-jährig in seiner Geburtsstadt, zwei Tage vor dem Länderspiel der Elftal gegen Bulgarien im Sportpark Noord, dem Stadion des SC Heerenveen, zu dem der KNVB ihn als Ehrengast eingeladen hatte. Sein Leichnam wurde am 6. September 1985 im Krematorium in Goutum eingeäschert.
Sportjournalist Nico Scheepmaker schrieb in seinem Nachruf am 3. September 1985:
âEine Legende ist gestorben, soweit eine Legende denn sterben kann. Er war eine lebende Legende, nun ist er eine tote Legende; aber die Legende bleibt, solange jedenfalls noch Menschen auf der Erde leben, die Abe mit eigenen Augen haben FuĂball spielen sehen.â
â
Nico Scheepmaker,
Leeuwaarder Courant
vom 3. September 1985
Die Verehrung Lenstras durch die Heerenveener wirkte nach. Ein halbes Jahr nach Lenstras Tod, am 15. März 1986, wurde der Heerenveener Sportpark Noord in Abe-Lenstra-Stadion umbenannt.cite-ref-sch-26-2[26] Als der Verein 1994 ein neues Stadion baute, wurde es ebenfalls Abe-Lenstra-Stadion benannt. An seinem Haupteingang steht ein Standbild des FuĂballspielers Lenstra. Eine StraĂe am Stadion heiĂt Abe Lenstra Boulevard; die offizielle Adresse des Vereins ist die Nummer 19 an diesem Boulevard. 1995 wurde Lenstras Leben gar zur Grundlage eines Musicals, in dem Szenen aus dem legendären 6:5-Sieg gegen Ajax nachgespielt wurden. Abe! wurde im nach ihm benannten Stadion im Rahmen des Frysk Festival uraufgefĂźhrt; der damalige Heerenveen-Profi Ronnie Pander Ăźbernahm die Rolle Lenstras.
Erfolge und Ehrungen
⢠Meister der Eerste Klasse Noord: neunmal in Folge, von 1942 bis 1951 (VV Heerenveen)
⢠Niederländischer Vizemeister: 1947, 1948 (mit Heerenveen) und 1958 (mit SC Enschede)
⢠Niederländischer Sportler des Jahres: 1951, 1952
⢠Berufung in Johan Cruijffs Oranje-Elf des Jahrhunderts 2000 (als einziger verstorbener Spieler)
⢠Ehrenmitglied der VV Heerenveen seit 24. August 1956
⢠Ehrenbßrger von Heerenveen seit 16. Juni 1965
⢠Aufnahme in den Kanon der friesischen Geschichte der Provinz Frieslandcite-ref-91[91]
⢠Platz 100 in der Abstimmung ßber De Grootste Nederlander, 2004
⢠Eisschnelllauf-Meister von Overijssel, Jahr unbekanntcite-ref-92[92]
Literatur
⢠Thorsten Moser: Ein Kapitel der deutsch-niederländischen FuĂballgeschichte - Helmut Rahn und der Sportclub Enschede, Books on Demand, Hamburg 2020, ISBN 978-3-7526-4870-6
⢠Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9
⢠Thom Mercuur (Hrsg.): Rondom Abe. Een voetbalepisode in Friesland, De Drijvende Drobber, Leeuwarden, o. J., ISBN 90-70330-07-5
⢠Eppie Dam: Abe, een beeld van en speler, Bornmeer & Stichting It Fryske Berneboek, o. O., 2007, ISBN 978-90-5615-136-2
⢠Yme Kuiper: Abe Lenstra (1920â1985). Van Us Abe tot nationaal idool. In: Fryslân, Nieuwsblad voor geschiedenis en cultuur. Jg. 6, Ausgabe 2, 2000, S. 50â53. (Online-Version)
⢠Jan Luitzen: Abe Lenstra (1920â1985) - De rechtlijnige dwarserik. In: Mik Schots, Jan Luitzen: Tovenaars in Oranje. A. W. Bruna, Utrecht 2004, ISBN 90-229-8813-9, S. 178ff.
Weblinks
Commons
: Abe Lenstra
â Sammlung von Bildern und Videos
⢠Abe Lenstra in der Datenbank von Olympedia.org (englisch)
⢠Abe Lenstra: groots en grillig (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Biografie beim SC Heerenveen (niederländisch)
⢠Abe Lenstra. Een voetballegende uit Friesland. (niederländische)
⢠Abe Lenstra. In Fryske sportheld. (Memento vom 19. Dezember 2010 im Internet Archive) (friesisch)
⢠Abe Lenstra in der Datenbank von voetbalstats.nl (niederländisch)
Einzelnachweise
cite-note-11. â zur Geschichte Heerenveens vgl. Sabine Broekhoven, Saskia van Ginkel-Meester, Chris Kolman, Yme Kuiper, Ronald Stenvert: Monumenten in Nederland. Fryslân, Eintrag Heerenveen, auf der Webseite der Digitale Bibliotheek voor de Nederlandse Letteren und Eintrag Heerenveen auf der Webseite der Historisch Informatiepunten in de Gemeente Heerenveen, beide gesichtet am 25. Juli 2020
cite-note-22. â Geschichte des SC Heerenveen, sc-heerenveen.nl, gesichtet am 25. Juli 2020
cite-note-33. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 9.
cite-note-44. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 10ff.
cite-note-ing-55. â Lenstra, Abe (1920â1985), Instituut voor Nederlandse Geschiedenis, Version vom 13. März 2008, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-61. âIk had het in de poten, maar ik heb ook veel geleerd, vooral van Otto Pinter. [...] We probeerden alles uit wat ik nog niet kon. âKommen Sie mal herâ, zei ie dan. En na afloop riep ie altijd: âWe zijn weer een StĂźckchen verder.â Vooral in die beginperiode was dat belangrijk voor me.â, in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 20.
cite-note-77. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 27.
cite-note-88. â âAbe Lenstra was veruit de beste voetballer die Heerenveen heeft voortgebracht.â in: Abe Lenstra: groots en grillig (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Biografie beim SC Heerenveen, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-99. â Ausnahme: 1944/45 gab es keinen Spielbetrieb. Netherlands Eerste Klasse Noord Final League Tables 1916â1950, Statistik bei rsssf.org
cite-note-1010. â Netherlands Final League Tables 1898â1954, Statistik bei rsssf.org
cite-note-1111. â Frits Barend, Henk van Dorp: Voetbal in den oorlog. Verlagsbeilage zu Vrij Nederland Nr. 17, 5. Mai 1979, S. 26 u. 28. (Ablichtung online (Memento vom 5. Mai 2012 im Internet Archive))
cite-note-1212. â Hil Lenstra-Wisman Ăźberlebte ihren Mann 26 Jahre und starb 87-jährig im Dezember 2011. @1@2Vorlage:Toter Link/www.sc-heerenveen.nlWeduwe Abe Lenstra overleden. (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2018. Suche in Webarchiven), Vereinshomepage des sc Heerenveen vom 16. Dezember 2011.
cite-note-1313. â Het Gouden Binnentrio. In: Johan Derksen u. a.: Het Nederlands Elftal 1905â1989. De historie van Oranje. Weekbladpers BV/Voetbal International, Amsterdam 1989, ISBN 90-236-7211-9, S. 154.
cite-note-1414. â Thom Mercuur (Hrsg.): Rondom Abe. Een voetbalepisode in Friesland, De Drijvende Drobber, Leeuwarden, o. J., ISBN 90-70330-07-5, S. 74f.
cite-note-1515. â Het Gouden Binnentrio. In: Johan Derksen u. a.: Het Nederlands Elftal 1905â1989. De historie van Oranje. Weekbladpers BV/Voetbal International, Amsterdam 1989, ISBN 90-236-7211-9, S. 161.
cite-note-fo62-1616. â Frans Oosterwijk: Voetbal in de jaren vijftig, in 99 beelden. ANP Foto/Nieuw Amsterdam Uitgevers, Amsterdam 2007, ISBN 978-90-468-0264-9, S. 62.
cite-note-1717. â âMet een fluwelen techniek, een grandioos inzicht, een flitsend schot, plus een paar schijnbewegingen verschalkte hij zijn tegenstanders. Abe was een merkwaardige speler, die soms de indruk wekte dat hij te weinig aan het spel deelnam, maar ineens in een flitsend moment vriend en vijand versteld doet staan door een vlijmscherpe pass, een handige truc of een dodelijk schot.â aus: Abe Lenstra. Een voetballegende uit Friesland, gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-182. âEen goede voetballer is net een snoek; je hoeft niet veel te doen, als je maar op tijd toehapt.â Zitiert nach CV Abe Lenstra, Voetbalfocus, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-1919. â âeen 'genie met remmingen'â, Biografie Abe Lenstra (voetbal â Heerenveen) (Memento vom 17. September 2011 im Internet Archive), 3voor12-Website vom 20. Juni 2007, gesichtet am 4. Juli 2008.
cite-note-2020. â âZoals tijdens het kampioenschap van Nederland in 1951. Heerenveen speelde matig en Abe, die zich niet geheel fit voelde, liet de thuiswedstrijd tegen Blauw Wit aan zich voorbijgaan. Hij kwam zelfs niet naar het sportpark om het duel te zien. Tegenover een journalist liet hij weten voetbalmoe te zijn!â, Abe Lenstra: groots en grillig (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Biografie beim SC Heerenveen, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-2121. â Het Gouden Binnentrio. In: Johan Derksen u. a.: Het Nederlands Elftal 1905â1989. De historie van Oranje. Weekbladpers BV/Voetbal International, Amsterdam 1989, ISBN 90-236-7211-9, S. 153.
cite-note-2222. â Het Gouden Binnentrio. In: Johan Derksen u. a., Het Nederlands Elftal 1905â1989. De historie van Oranje. Weekbladpers BV/Voetbal International, Amsterdam 1989, ISBN 90-236-7211-9, S. 157.
cite-note-planet-2323. â Abe Lenstra. Een voetballegende uit Friesland, gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-2424. â Die Summe entspricht einer Kaufkraft von rund 400.000 ⏠im Jahre 2018; berechnet mit dem Kaufkraftkonverter Waarde van de gulden / euro des Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis
cite-note-niet-2525. â Abe gaat NIET, Artikel in einer niederländischen Zeitschrift vom 19. Dezember 1950, Facsimile in: Thom Mercuur, Rondom Abe, De Drijvende Drobber, Leeuwarden, o. J., S. 67
cite-note-sch-2626. â Abe Lenstra: groots en grillig (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Biografie beim SC Heerenveen, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-2727. â âPas op dat het geld je niet in de macht krijgt.â, in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 163.
cite-note-283. âAls je prof wordt, heb je niks meer te vertellen en kan de club met je doen wat ze wilâ; zitiert nach Abe Lenstra. Een voetballegende uit Friesland, gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-2929. â Die Summe entspricht einer Kaufkraft von etwa 1.750,00 ⏠im Jahre 2018; berechnet mit dem Kaufkraftkonverter Waarde van de gulden / euro des Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis
cite-note-3030. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 163f.
cite-note-3131. â Heerenveen, club met rijke en mooie historie (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Website des SC Heerenveen, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-3232. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 161.
cite-note-3333. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 169.
cite-note-3434. â âNiemand had verwacht dat Lenstra naar Enschede zou komen. Voor ons was het te mooi om waar te zijn; wie wilde er nou niet met Abe samenspelen?â, in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 173.
cite-note-3535. â Herman van Veen in seinem Weblog vom 13. März 2006, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-3636. â âDoor al die wrijvingen in de spelersgroep zijn we honderd procent zeker het kampioenschap misgelopen, en niet alleen in 1958.â, in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 181.
cite-note-3737. â Die Summe war fĂźr die Zeit sehr hoch. Noch in der Vorsaison hatte es lediglich einen Transfer fĂźr mehr als 50.000 Gulden gegeben, in der Saison 1959/60 waren es sieben, und selbst 1962/63 erst zehn. Vgl. D. B. Jochems: VoetbalfinanciĂŤn toen en nu. In: M. Rooij (Hrsg.): Voetballen toen en nu. Koninklijke Nederlandsche Voetbalbond 1964, OCLC 6942949, S. 130f.
cite-note-3838. â Das Lied Geen woorden, maar daden basiert auf einem Vereinslied des Rotterdamer Klubs Coal 1 und wurde als Hand in hand, kameraden in den 1960er Jahren mit leicht verändertem Text zur âHymneâ der Fans von Feijenoord.
cite-note-3939. â Informationen und Coverfoto bei geschiedenis.nl, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-4040. â Im Blog des SC Heerenveen (Memento vom 16. Juni 2008 im Internet Archive) gibt es weitere Informationen und einen Link zu einer HĂśrprobe
cite-note-4141. â Hand in hand voor Abe Lenstra (Memento vom 24. März 2007 im Internet Archive), NU.nl vom 3. Februar 2007, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-4242. â Abe Lenstra zingt, Bericht auf historen.nl vom 28. Juni 2006 im Webarchiv, abgerufen am 15. August 2025
cite-note-4444. â alle Zahlen laut Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 174f.
cite-note-454. âHet was op een gegeven moment zo dat Abe zich telkens moest bewijzen. Wel vier of vijf keer werd hij in de loop der jaren afgeschreven. Dat heeft echt aan hem genvreten.â In: Het Gouden Binnentrio. Johan Derksen u. a.: Het Nederlands Elftal 1905â1989. De historie van Oranje. Weekbladpers BV/Voetbal International, Amsterdam 1989, ISBN 90-236-7211-9, S. 159.
cite-note-4646. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 200f.
cite-note-4747. â Die Summe entspricht einer Kaufkraft von rund 115.000 ⏠im Jahre 2008; berechnet mit dem Kaufkraftkonverter Waarde van de gulden / euro des Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis
cite-note-4848. â Diese Fusion wurde 1965 durchgefĂźhrt, aus ihr ging der FC Twenteâ65 hervor.
cite-note-4949. â alle Zahlen laut Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 7.
cite-note-5050. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 31.
cite-note-5151. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 36.
cite-note-5252. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 34.
cite-note-5353. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 38f.
cite-note-5454. â Spieldaten bei voetbalstats.nl
cite-note-5555. â Spieldaten bei voetbalstats.nl
cite-note-565. âWat een dag,â zei hij later zelf over zijn officiĂŤle debuut. âEindelijk had Friesland een international. Zelf besefte ik niet welke eer mij te beurt was gevallen. Als jongen van negentien jaar heb je dat niet door.â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 42.
cite-note-5757. â âNegentig minuten lang liep een van mijn medespelers op mij te razen en te schelden ... Als ik een bal in mân bezit kreeg, schreeuwede hij: âHier ermee ... jij ken dâr toch niks van!ââ Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 43f.
cite-note-5858. â Mik Schots, Jan Luitzen, Oranje magie. Amstelsport Amsterdam/Antwerpen 2010, ISBN 978-90-482-2010-6, S. 109.
cite-note-5959. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 43f.
cite-note-6060. â âMet die vent voetbal ik nooit meer! Mij zien jullie hier niet meer. Aju!â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 44.
cite-note-derksen-6161. â Johan Derksen, Abe was een klier van een vent, een nare man (Memento vom 22. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), Voetbal international vom 9. Juli 2007, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-6262. â Bei diesem Spiel am 12. März 1953 stand den niederländischen Profis eine Kombination franzĂśsischer Nationalspieler der beiden Klubs Stade Reims und Racing Paris gegenĂźber; es wird auch in Frankreich nicht als offizielles Länderspiel gezählt. Vgl. LâĂquipe/GĂŠrard Ejnès: La belle histoire. L'ĂŠquipe de France de football. LâĂquipe, Issy-les-Moulineaux 2004, ISBN 2-9519605-3-0, S. 366f.
cite-note-636. âNou en of. Eindelijk spelers van wie men goede passes zou kunnen krijgen.â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 149.
cite-note-6464. â âHet was niet alleen ongeĂŻnteresseerd, afwezig en onverschillig, maar ook technisch slecht.â Zitiert nach: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 149.
cite-note-6565. â âEen van de grootsten. Een man met een ongelooflijk balgevoel, een rasvoetballer.â Zitiert nach Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 185.
cite-note-667. Zitiert nach Yme Kuiper, Abe Lenstra (1920â1985). Van Us Abe tot nationaal idool (Memento vom 20. November 2005 im Internet Archive), gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-kuiper-6767. â Yme Kuiper, Abe Lenstra (1920â1985). Van Us Abe tot nationaal idool (Memento vom 20. November 2005 im Internet Archive), gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-senior-6868. â Abe Lenstra (Memento vom 24. Mai 2008 im Internet Archive) bei senior-plaza.nl, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-6969. â Zitiert nach Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, S. 186.
cite-note-7070. â Filmberichte Ăźber dieses und das folgende Spiel gegen Belgien gibt es auf der Website Geschiedenis.nl
cite-note-7171. â @1@2Vorlage:Toter Link/www.knvb.nlSpieldaten (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Oktober 2018. Suche in Webarchiven) beim KNVB, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-7272. â Frans Oosterwijk: Voetbal in de jaren vijftig, in 99 beelden. ANP Foto/Nieuw Amsterdam Uitgevers, Amsterdam 2007, ISBN 978-90-468-0264-9, S. 63.
cite-note-7474. â Gemeint ist Kurt Schmied; vergleiche Spielaufstellung beim ĂFB (Memento vom 14. Mai 2011 im Internet Archive) (PDF; 1,1 MB)
cite-note-758. âTriest genoeg miste ik honderd seconden voor het einde echter de kans van mijn leven. Na een soloren van het middenveld af kwam ik heel dicht bij het Oostenrijkse doel. Een doelpunt zat er dik in. Laat ik nu precies in de handen van keeper Schmidt schieten! Ik kon wel huilen. Het was een van de somberste ervaringen uit mijn loopbaan.â Zitiert nach Yme Kuiper, Abe Lenstra (1920â1985). Van Us Abe tot nationaal idool (Memento vom 20. November 2005 im Internet Archive), gesichtet am 30. Juni 2008.
cite-note-7676. â Statistik bei voetbalstats.nl
cite-note-7777. â De grote kampioensploeg: negen titels op rij! (Memento vom 27. August 2004 im Internet Archive), Website des SC Heerenveen, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-7878. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion Uitgevers, Baarn 2007, ISBN 978-90-439-0983-9, Fotoseite 7 nach S. 192.
cite-note-7979. â Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 229.
cite-note-8080. â âdas kleine friesische Haagâ, eine dort verwendete Bezeichnung fĂźr Heerenveen und Umgebung in Anspielung auf das elegante Den Haag, vgl. Het Friese Haagje auf frieslandwonderland.nl
cite-note-8181. â Thom Mercuur (Hrsg.): Rondom Abe. Een voetbalepisode in Friesland, De Drijvende Drobber, Leeuwarden, o. J., ISBN 90-70330-07-5, S. 77
cite-note-8282. â De Kick Wilstra Site, gesichtet am 26. Juni 2008.
cite-note-839. âAls niet Johan Cruijff maar Abe Lenstra in Amsterdam geboren was, dan was niet Cruijff maar Abe tot voetballer van de eeuw gekozen.â Zitiert nach Abe â Het levensverhaal van Nederlands eerste sportidool (Memento vom 23. April 2007 im Internet Archive), Buchbesprechung bei ENVB.nl, abgerufen am 9. Mai 2015.
cite-note-8410. âLenstra of Cruijff? Dan zeg ik Lenstra. Een eigengereid figuur, maar een tovenaar aan de bal.â, in einem Interview mit Sport², zitiert im Nachruf Levensgenieter vom Juni 2011.
cite-note-8585. â âVI-chefredacteur Tom van Hulsen maakt al jaren de rubriek Anno in dit blad. Hij bezoekt wekelijks ex-voetballers die over hun verleden praten en hoorde daarbij alle klaagzangen aan van spelers die ooit de kleedkamer met Abe deelden. Ze waardeerden en respecteerden hem als voetballer, maar niemand vond hem sympathiek. Internationals waren blij als Abe weer eens een conflict had, dan was de sfeer meteen een stuk beter bij Oranje.â Johan Derksen, Abe was een klier van een vent, een nare man (Memento vom 22. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), Voetbal international vom 9. Juli 2007, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-8611. âAbe was in wezen een klier van een vent, een nare man. Geen wonder dat hij vroeger als voetballer zoveel problemen had.â Zitiert nach Johan Derksen, Abe was een klier van een vent, een nare man (Memento vom 22. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), Voetbal international vom 9. Juli 2007, gesichtet am 3. Juli 2008.
cite-note-8712. âAbe was geen geziene figuur bij de andere spelers van het Nederlands elftal. [...] Als je achter hem als half speelde, liep je altijd voor niks. Met onze kritiek deed hij niks. Abe zei: âIk doe het zoals ik het wilâ en daarmee was de kous af.â; in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 124.
cite-note-8813. âAbe had dat nooit moeten zeggen en zeker niet tegen een journalist. Hij wilde altijd de grootste zijn. Hij wĂĄs ook groots, maar dit had hij niet nodig.â, in: Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 192.
cite-note-8914. âZes minuten extra! Hopen op Abe Lenstra dan maar.â Herbeleef dramatische uitschakeling Oranje op EK, De Telegraaf vom 27. Juni 2021, gesichtet am 27. Juni 2021
cite-note-9015. Johann Mast: Abe. Het levensverhaal van Nederlands eerste grote sportidool. Tirion, Baarn 2007, S. 7; auch: Oranje in Friesland (Memento vom 2. Februar 2016 im Internet Archive), Sportgeschiedenis.nl vom 10. Juni 2009.
cite-note-9191. â Website Kanon fan de Fryske skiednis
cite-note-9292. â Facsimile eines undatierten Zeitungsausrisses, in: Thom Mercuur (Hrsg.): Rondom Abe. Een voetbalepisode in Friesland, De Drijvende Drobber, Leeuwarden, o. J., ISBN 90-70330-07-5, S. 75; danach erhielt Lenstra fĂźr den Sieg in Vriezenveen neben der Goldmedaille ein Preisgeld von 120 Gulden.